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10 Tipps, wie Sie Feedback geben, ohne zu verletzen

Vielleicht ist Ihnen das auch schon passiert: Jemand hat Sie um Feedback auf einen Text gebeten – und, schwupps, schon beim zweiten Satz haben Sie dem Autor auf die Füße getreten? Etwa weil Sie es eilig hatten und das schnell erledigen wollten?
Feedback zu geben ist nichts, was Sie einfach so aus dem Handgelenk machen sollten.

Es ist nicht sonderlich schwer, aber ein paar Punkte sollten Sie beachten. Damit Sie auch weiterhin einen guten Draht zu der anderen Person haben.

Hier sind unsere Tipps:

1.     Erfragen Sie die Erwartungen genau!

Wenn Sie nicht sowieso ein Briefing bekommen, erfragen Sie drei grundlegende Dinge: Was ist das Kommunikationsziel, wer ist die Zielgruppe und in welchem Stadium ist der Text?

Auf eine Erstfassung geben Sie anders Feedback als auf eine Version kurz vor Abgabe.

So brauchen Sie hier noch nicht jedes fehlende Komma zu monieren, denn unter Umständen wird noch mal umgestellt, umformuliert oder sogar gestrichen.

Bei einer Erstfassung kommt es erst einmal nur auf Inhalt und Struktur an. Falls Ihnen Stil-Eigenarten auffallen, etwa zu lange Sätze, merken Sie das gerne an, ohne jedoch jede einzelne Stelle umzuschreiben.

Wenn der Text kurz vor Abgabe ist, kommt es hingegen besonders auf die sprachlichen Feinheiten an.

2.     Machen Sie einen Zeitplan aus – und einen Termin für das Feedback!

Gutes Feedback braucht Zeit. Klären Sie, wann Sie den Text bekommen und wann der Autor, die Autorin Ihr Feedback braucht. Lassen Sie sich nicht auf ein „Nur-mal-schnell-lesen-und-deine-Meinung-sagen“-Feedback ein!

Dazwischen geschoben, wird das Feedback häufig hektisch. Sie wollen es schnell erledigen – und kommen dadurch vielleicht harscher zum Punkt, als Sie möchten.

Versenden Sie nicht einfach den Text mit Ihren Anmerkungen, sondern nehmen Sie sich Zeit für ein Gespräch, um Ihr Feedback zu erläutern. Dann kann Ihr Gegenüber in Ruhe die Punkte nachvollziehen und wird offener für Ihre Vorschläge sein.

3.     Reservieren Sie einen ungestörten Ort!

Wenn die Kollegen am Nebentisch zuhören, gerat der Autor, die Autorin schnell in eine Verteidigungshaltung. Suchen Sie sich daher einen ungestörten Ort.

4.     Bereiten Sie das Feedback gut vor!

Lesen Sie den Text mindestens zwei Mal. Das erste Mal, um den Inhalt zu verstehen und einen Überblick zu bekommen. Das zweite Mal mit kritischen Fragen im Hinterkopf.

Markieren Sie die Textstellen, die Sie überarbeiten würden. Überlegen Sie auch, wie Sie die Stellen konkret verbessern würden.

Notieren Sie sich Ihre Gedanken, damit Sie später nicht die Hälfte vergessen.

5.     Heben Sie auch die Stärken des Textes hervor!

„Nicht geschimpft, ist schon genug gelobt.“ Feedback beschränkt sich bei uns häufig auf Kritik. Dadurch wird die Leistung, die in dem Text steckt, entwertet.

Schauen Sie daher ganz bewusst und konkret, was Ihnen am Text gefällt – und sagen Sie das dem Autor, der Autorin. Aber, Achtung: Nicht als „Sandwich“, um die „negativen News“ zu verpacken, sondern aus Wertschätzung gegenüber der Arbeit Ihres Gegenübers.

Viele Ratgeber sagen: Fangen Sie mit dem Positiven an! Dies hängt jedoch ein bisschen von Ihrem Gegenüber ab. Manche Menschen warten, wenn man mit dem Positiven beginnt, auf den „Hammer“. Der Grund: Sie haben oft erfahren, dass das Positive eine Pflichtübung für den anderen ist.

Daher ist es wichtig, während des gesamten Feedbacks die Stärken des Textes wiederholt zu benennen.

6.     Fragen Sie, statt zu interpretieren!

Wenn Sie etwas nicht verstehen: Fragen Sie, statt etwas in den Text hineinzuinterpretieren: „Kannst du mir erklären, was du damit meinst?“ oder „Wolltest du XY sagen?“

Häufig bemerkt Ihr Gegenüber beim Erläutern von selbst, dass etwas nicht klar dargestellt ist.

7.     Bleiben Sie bei sich!

Verallgemeinern Sie Ihre Sicht nicht, sondern bleiben Sie bei sich. Sagen Sie lieber: „Ich lese hier …“ oder „Ich verstehe das so und so. Hast du das gemeint?“ anstatt von Ihrer Interpretation auszugehen.

Auch hier gilt: Häufig merkt Ihr Gegenüber beim Erklären, dass etwas unklar geschrieben ist.

8.     Vermeiden Sie absolute Wertungen!

Sagen Sie nicht: „Das ist falsch“, „Das ist schlecht!“ oder ähnliches. Sagen Sie lieber „Ich kann die Schlussfolgerung nicht nachvollziehen. Bitte erkläre mir, wie du darauf kommst.“

Meist setzt beim Erklären die Erkenntnis ein, dass etwas noch nicht stimmig ist.

9.     Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche!

Ihrer Meinung nach gibt es noch gaaaanz, gaaaaanz viel an dem Text zu ändern? Konzentrieren Sie sich bei Ihrem Feedback nur auf die Punkte, die wesentlich sind, um den Text ein gutes Stück voranzubringen.

Zu viele Punkte auf einmal lassen sich nicht umsetzen. Und vor allem: Zu viel Kritik demotiviert.

10. Schreiben Sie der anderen Person nichts vor!

Bestehen Sie nicht darauf, dass Ihr Feedback umgesetzt wird, sondern lassen Sie die Verantwortung für den Text beim Autor, der Autorin. Beharren Sie nicht auf Ihrem eigenen Urteil. Es ist nicht Ihr Text.

Sich gegenseitig Feedback zu geben, führt dauerhaft zu besseren Texten – Texten, die Kunden ansprechen und binden, mit denen Sie Ausschreibungen und Angebote gewinnen und die das Unternehmen nach vorne bringen.

Durch Feedback lernen beide Seiten kontinuierlich. Text für Text für Text. Denn Sie lernen beim Feedback geben ganz viel für ihre eigenen Texte.

Und da das Feedback meist auf gleicher oder ähnlicher Hierarchie-Ebene geschieht, ist es für viele einfacher danach zu fragen. Vor allem, wenn sie wissen, dass sie wertschätzendes Feedback bekommen.

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