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Wie Humor Ihre Kommunikation verstärkt

Kennen Sie den? Treffen sich zwei Planeten, fragt der eine: „Wie geht’s?“ „Ach schlecht, ich habe Homo sapiens“. Sagt der andere: „Kenn ich. Geht vorüber.“
Oder den: Patient zum Arzt: „Überall Waldbrände, Überschwemmungen und Hitzetote, das macht mich ganz depressiv!“ Arzt: „Klare Diagnose: Sie leiden unter Klimafakten. Ich verschreib Ihnen 5-mal täglich Augen und Ohren zuhalten.“

Einen, einen hätten wir noch. Diesmal was über den Ozean. Ach nee, der ist zu dreckig.

Oh, böse! Sie finden, über Klimatote macht man keine Witze? Da haben Sie recht, einerseits. Die Klimakrise ist ein schweres Thema. Wenn wir uns ihre Folgen vor Augen führen, müssten wir eigentlich weinen. – Genau da hilft Humor, andererseits.

Denn „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ Oder, wie der Kabarettist Gerhard Polt sagt, ohne Humor und Witz wären die Schrecken des Lebens kaum auszuhalten.

Humor hat eine kathartische, also von negativen Gefühlen entlastende Wirkung; er nimmt dem Schrecklichen den Schrecken, löst uns aus der Ohnmacht, die wir bei schwierigen Themen oft empfinden. Wenn wir stattdessen darüber lachen, dann wirkt es nicht mehr so bedrohlich.

Gerade deshalb kann Humor ein Mittel sein, um auf solche Themen aufmerksam zu machen. Aber wie?

Humor in der professionellen Kommunikation braucht Mut

„Mögen hätt‘ ich schon wollen, aber dürfen hab‘ ich mich nicht getraut.“ Der Komiker Karl Valentin bringt es auf den Punkt: Mut ist das Entscheidende, was Sie brauchen, um Humor in Ihrer beruflichen Kommunikation anzuwenden.

Schließlich besteht immer die Gefahr, dass der Humor nicht ankommt. Dass die Pointen missverstanden werden. Dass sich Menschen empören. Dass Sie als seriöser Wissenschaftler, erfahrene Expertin, als Unternehmen oder Organisation nicht ernstgenommen werden.

Ja, Kommunikation mit Humor kann schiefgehen. Demgegenüber stehen aber die Chancen:

Humor verstärkt Ihre Kommunikation. Gerade bei ernsten Themen.

Lauren Feldman, Professorin für Journalistik und Medienwissenschaft an der Rutgers School of Communication and Information, hat untersucht, wie Menschen durch Humor für Themen wie Armut, Migration, Rassismus oder Klimakrise gewonnen werden können.

Dabei stellte sie fest: Humor verstärkt eine Botschaft und erhöht die Aufmerksamkeit, die man ihr widmet. Gleichzeitig entwaffnet Humor das Publikum und reduziert den Widerstand, den man einem Thema entgegenbringt.

Humor zeigt auf: Wir sind alle nur Menschen mit unseren Fehlern und Schwächen. Im besten Fall schafft Humor eine Verbindung mit dem Publikum und Sie erreichen es eher als mit dem erhobenen Zeigefinger.

Unterhaltsame und witzige Darstellungen eines Themas werden zudem häufiger in den sozialen Medien geteilt und fördern die Diskussion. Damit erhöhen Sie die Reichweite für Ihre Themen.

Wahrheit und Schmerz – so funktioniert Humor

Jedem guten Witz, jeder Pointe liegt eine Wahrheit und ein Schmerz zugrunde. Beide sind dem Publikum bekannt. Wir finden die Komik in einer Situation, wenn wir die Wahrheit über ein Thema und die Schmerzpunkte zusammenfügen – etwa in einer unerwarteten Wendung.

So bringen wir über Humor unser Publikum zu manch schmerzhafter Einsicht und fördern die Bereitschaft zur Veränderung.

Nehmen wir den ersten Witz vom Anfang: Die Wahrheit, dass unser Planet unseretwegen leidet, trifft mit dem Schmerz zusammen, dass es für uns ums Überleben geht. Die Erkenntnis: Die Erde wird es überstehen. Wir Menschen werden es sein, die die Klimakrise nicht überleben.

Die erwünschte Einsicht: Wir können so nicht weitermachen, wir müssen grundlegend umsteuern. Was kann ich dazu beitragen?!

Wie kann (Wissens-)Kommunikation mit Humor und Augenzwinkern aussehen?

Vielleicht kennen Sie die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Ngyuen-Kim. Sie präsentiert die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Themen locker und humorvoll, nicht nur auf ihrem Youtube-Kanal Mailab und in ihrer TV-Show, sondern auch in ihren Büchern.

Eines heißt „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit.“ Witziger Titel, oder? Spüren Sie sie, die Wahrheit und den Schmerz? Sie beherrscht dieses Spiel virtuos..

Oder Eckart von Hirschhausen. Als Arzt ist ihm besonders wichtig, wie dramatisch sich die Klimakrise auf unsere Gesundheit auswirkt. Auch er geht diese ernste Sache mit Humor an – und erreicht damit ein breites Publikum.

Auf seinem Buch „Mensch Erde, wir könnten es so schön haben“ klebt ein Button „3 Krisen zum Preis von 2!“. Autsch!

Was auf den ersten Blick wie ein harmloses Wortspiel klingt, birgt jede Menge Wahrheit und vor allem Schmerz in sich: eine subtile Kritik an unserer konsumzentrierten Wirtschaftsweise, die uns am Ende nicht nur eine oder zwei, sondern mindestens drei echte Menschheitskrisen beschert. Und da haben wir das Buch noch nicht mal aufgeschlagen!

Unser Fazit: Humor, geschickt eingesetzt, verleiht Ihrer (schriftlichen) Kommunikation mehr Wirkung; ganz sicher mehr Wirkung als der moralische Zeigefinger. Also: Haben Sie Mut zum Witz! Dazu ein paar …

Tipps für Kommunikation mit Humor

  • Humor ist eine Haltung. Ob bei der Kommunikation von Wissen oder Wissenschaft, von Klimaschutz- oder allgemeinen beruflichen Themen: Humorvoll zu schreiben heißt nicht, dass Sie eine Pointe nach der anderen raushauen müssen. Humor zeigt sich manchmal einfach in einer gewissen Leichtigkeit, mit der Sie schreiben, einem Augenzwinkern.
  • Bleiben Sie dran und feilen Sie: Die meisten Gags und Pointen sind nicht im ersten Anlauf witzig. Um einen guten Gag, eine funktionierende Pointe zu finden, müssen Sie zehn Pointen schreiben und daran feilen. Dann wird eine gut.
  • Machen Sie sich nicht über das lustig, was Sie vermitteln wollen: Wenn Sie Humor in Ihrer Kommunikation nutzen: Reißen Sie keine Pointen auf Kosten anderer. Machen Sie sich weder über Ihr Thema noch über Ihr Publikum lustig. Anders ausgedrückt: Machen Sie die Dinge, die Ihnen am Herzen liegen, nicht lächerlich.
  • Verzichten Sie auf Ironie: In Texten funktioniert Ironie nur selten. Während Sie in einer Gesprächs- oder Vortragssituation Mimik, Tonfall und Körpersprache einsetzen können, fällt diese in der schriftlichen Kommunikation weg. Sie ahnen es: Das öffnet Tür und Tor, missverstanden zu werden.

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