Wir leben in krisengeschüttelten Zeiten. Innerhalb kurzer Zeit hat sich vieles in unserem Leben verändert – und das wird und muss es auch weiterhin.
Die Menschen reagieren gespalten auf diese Aussichten: Manche Menschen werden aktiviert und kommen ins Handeln, andere sind eher ängstlich und verweigern sich.
Was bedeutet das für Ihre Kommunikation?
Wie fühlen Sie sich bei Veränderungen: fremdbestimmt oder selbstwirksam?
Als ich, Franziska, vor über zwölf Jahren den Entschluss gefasst hatte, mich selbständig zu machen, freute ich mich auf die Veränderung. Meine Familie hingegen sah der Veränderung eher ängstlich und skeptisch entgegen.
Der Unterschied: Ich hatte die Veränderung selbst beschlossen, meine Familie wurde damit konfrontiert. Somit war ich die Handelnde, sah mich selbstwirksam und aktiv. Meine Familie hingegen bekam die Veränderung aufgedrückt. Für sie war die Veränderung zunächst einmal fremdbestimmt – und daher beunruhigend.
Dieses Muster lässt sich auf die großen Veränderungen unserer Zeit übertragen. Doch ob man sich hierbei selbstwirksam oder fremdbestimmt fühlt, hängt stark mit der Art der Kommunikation über diese Veränderungen zusammen.
Problemzentrierte versus konstruktive Kommunikation – was wirkt besser?
Die wichtigste Erkenntnis vorab: Eine Kommunikation, die auf Schock und Furcht setzt, funktioniert nicht gut, um Veränderungen in Gang zu setzen. Denn sie nimmt den Menschen das Gefühl, die Dinge selbst in der Hand zu haben – die Selbstwirksamkeit.
Marcus Maurer, Professor für Politische Kommunikation an der Uni Mainz plädiert daher für eine Kommunikation, die Handlungsoptionen aufzeigt. Er bezieht sich dabei auf Journalismus. Wir finden: Sein Ansatz kann genauso für die Kommunikation in Unternehmen fruchtbar werden.
In seinem Beitrag „Wie wir ohne Panik aus dem brennenden Haus kommen“* konstatiert Maurer, dass viele Medien häufig vor allem problemzentriert und alarmistisch berichteten.
Die Klimakrise werde in den deutschen Medien häufig als kaum lösbares Problem mit gravierenden Folgen für die Menschheit dargestellt. Einzelne Ereignisse stünden dabei meist im Zentrum, mit dramatischen Bildern hinterlegt. Lösungen und Erfolge würden hingegen kaum thematisiert.
Maurers Annahme: Eine Berichterstattung, die den Klimawandel dramatisiert, aber keine Lösungsvorschläge anbietet, motiviere Menschen nicht zum Handeln. Im Gegenteil: Sie erzeuge Angst und damit Widerstand, Resignation, Verdrängung.
Furchtappelle oder Lösungsansätze – was wirkt beim Publikum?
Maurer überprüft seine Annahme mit einer vergleichenden Studie. Die Vergleichsgruppen bekommen Texte, die sich im Grad der Lösungsorientierung und der persönlichen Betroffenheit unterscheiden.
Etwas griffiger formuliert: Die einen lesen Artikel, die ein „So-kann-es-nicht-Weitergehen“ betonen, die anderen solche, die ein „So-könnte-es-in-Zukunft-Gehen“-Szenario entwerfen. Wir empfehlen Ihnen, die Details der Studie im Beitrag nachzulesen (Quellenangabe am Ende des Newsletters).
Die Studie kommt zu diesem Schluss: Die Artikel, die auch Erfolge und Lösungen thematisieren, machen notwendige Verhaltensänderungen wahrscheinlicher als die problemzentrierten Artikel.
Aber, und ja, es ist ein großes ABER: Die unmittelbare Bereitschaft zu Verhaltensänderungen betrifft nur niedrigschwellige Schritte. So gab es etwa eine größere Bereitschaft, über das Thema Klimakrise mit anderen zu sprechen.
Ein (lösungsorientierter) Artikel allein führt nicht zu einer fundamentalen Änderung unseres Verhaltens, denn kurzfristig ist unser menschliches Verhalten, sind unsere Gewohnheiten sehr stabil.
Es lässt sich jedoch vermuten, dass eine allgemeine konstruktive Berichterstattung mittel- und langfristig die Bereitschaft steigert, sich für die Gesellschaft zu engagieren, auch bei anderen Themen.
Lösung vorgestellt: Wie Unternehmen den Wandel in die Hand nehmen können
Wir gehen mit gutem Beispiel voran, indem wir Sie auf ein Instrument hinweisen, das die Selbstwirksamkeit von Unternehmen in der Klimakrise stärken kann.
Im Frühjahr haben der IT-Dienstleister PlanA und der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft BNW ihren Emissionsrechner für Unternehmen vorgestellt.**
Dieses Werkzeug gibt Unternehmen einen ersten Überblick über ihre Treibhausgas-Emissionen und vergleicht die eigene Bilanz mit Branchenwerten. So werden Unternehmen darin unterstützt, die notwendige Transformation selbst in die Hand zu nehmen und als eigenes Projekt zu begreifen. Hier ist sie, die Selbstwirksamkeit.
Ein erster wichtiger Schritt hin zum nachhaltigen Wirtschaften ist damit gemacht. Die Unternehmen bekommen einen Überblick, wie viel sie emittieren und können direkt ans Einsparen gehen.
PlanA bietet darüber hinaus an, „beim Messen, Monitoren und Reduzieren Ihrer Emissionen (zu) unterstützen.“ Alles in Allem vermittelt Plan A mit dem Emissionsrechner also das Gefühl: „Meine Emissionen reduzieren? Das ist lösbar.“ Und gibt so den Anreiz, ins Handeln zu kommen.
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