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Weihnachten mit Sang und Klang – der besten Art zu kommunizieren

Das Adventswochenende verschaffte unserer Familie eine Pause vom Baustellen- und sonstigen Jahresendtrubel. Meine jugendlichen Kinder saßen einträchtig beim Plätzchenverzieren zusammen und gemeinsam sangen wir Weihnachtslieder aus der Kindheit. Kann es etwas Schöneres für eine Mutter geben? (Schluchz, da bekomme ich wirklich feuchte Augen.)
Singen und Musizieren, das ist für mich, Franziska, der Inbegriff von Weihnachten – und
gleichzeitig die schönste Art zu kommunizieren. Deshalb soll es das Thema sein für unseren Blogbeitrag zum Fest.

Singen als Kraftquelle in anstrengenden Zeiten

Die letzten Monate waren bei Nadja und mir gefüllt mit zahlreichen Schreibseminaren (herzlichen Dank an unsere treuen Kunden!), emotionalen Achterbahnfahrten auf unseren jeweiligen Haus-Baustellen und Krankheit in der Familie. Solche Phasen kennen Sie sicher auch – sehr anstrengend! Dazu ständig schlechte Nachrichten aus der krisengeschüttelten Weltpolitik.

Früher hätte ich in solchen Zeiten alle Hobbys sausen lassen und private Termine gestrichen, so zum Beispiel die wöchentliche Chorprobe. Nicht so in diesem Jahr! Ich hatte nämlich meinem Chor versprochen, ihn bei einem Lied für unser Weihnachtskonzert auf der Geige zu begleiten.* Da konnte ich ihn auf keinen Fall hängen lassen!

Dabei fiel mir auf: Fühlte ich mich beim Losgehen noch erschöpft und kraftlos, so kam ich immer beschwingt von der Probe zurück, ein Lied auf den Lippen, einen trällernden Wurm im Ohr und mit neuer Energie.

Gemeinsam zu singen und zu musizieren, macht einfach so viel Freude!

Aber warum eigentlich? Das wollte ich wissen – und stieß darauf, dass dies sogar wissenschaftlich erwiesen ist:

Wer singt, lernt, tief ein- und auszuatmen. Das führt dazu, dass der Körper besser mit Sauerstoff versorgt wird. Eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt zeigte, dass Sängerinnen und Sänger weniger anfällig für Burnout als Nicht-Sänger waren. Wissenschaftler der Universität Hamburg wiesen zudem nach, dass beim gemeinsamen Chorsingen das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Dieses sogenannte Kuschelhormon fördert gegenseitiges Vertrauen, kann Angst und Stress abbauen und Bindungen stärken.**

Außerdem fördere das gemeinsame Singen das Wohlbefinden und stärke die Abwehrkräfte. Es wird sogar in Krankenhäusern als Therapie angeboten, um Patienten zu stärken, auf andere Gedanken zu bringen und ihnen Mut zu machen.

Gemeinsam singen – die schönste Art zu kommunizieren

Noch etwas ist faszinierend am gemeinsamen Singen: Es ist die schönste Form der Verständigung. Singen ist non-verbale und verbale Kommunikation auf einmal – und kommt ohne Argumentieren und Diskutieren aus.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die meisten Lieder Geschichten erzählen? Was wir durch Lieder alles lernen und erinnern? Melodien und Liedtexte sind oft so fest verankert, dass wir sie auch Jahrzehnte später noch auswendig können.
Ein Grund, warum Sie etwa mit Demenzerkrankten noch immer die Lieder aus ihrer Kindheit und Jugend singen können – selbst wenn verbale Kommunikation mit ihnen kaum noch möglich ist.

Manchmal ist gemeinsames Singen auch politisch, ein Zeichen des Protests. Denken Sie an all die Lieder der Arbeiterbewegung. Oder jetzt an den Iran. Durch das gemeinsame Singen schöpfen Menschen Kraft und fühlen sich mit den anderen verbunden. Dasselbe Lied auf den Lippen lässt Gleichgesinnte einander erkennen.

Manchmal ist Singen sogar die einzige erlaubte Art der Kommunikation, so dass sich in Liedern auch oftmals Botschaften verstecken. Botschaften des Durchhaltens und der Hoffnung, wie es in Gospelsongs häufig der Fall ist. Die Sklaven auf den Plantagen durften oft während der Arbeit nicht miteinander sprechen oder Kontakt zu Sklaven anderer Besitzer aufnehmen. Doch zu singen während der Arbeit war erlaubt. Führte es doch dazu, dass sie im Gleichklang produktiver arbeiteten.

Was wir uns vom gemeinsamen Singen fürs Kommunizieren abschauen können

  • Wenn wir zusammen singen, betonen wir Gemeinsamkeiten und schaffen eine Verbindung durch die Musik. Alles andere ist in dem Moment nicht wichtig.
  • Wir hören aufeinander, hören einander zu. Sonst könnten wir keinen stimmigen, harmonischen Zusammenklang finden.
  • Wir pflegen die Gemeinschaft mit Menschen, die wir sonst vielleicht nicht getroffen hätten. Das bereichert unser Leben und erweitert unseren Horizont.
  • Schließlich öffnen wir unser Herz und die Herzen unserer Zuhörenden. Wir bringen bei ihnen Saiten zum Klingen, lösen Emotionen aus und erzeugen Resonanz. Wir kommunizieren also nicht nur im Chor miteinander, sondern natürlich auch mit dem Publikum.

In Zeiten wie diesen, die neben den Hürden des persönlichen Lebens von Krise, Streit und Spaltung geprägt sind, ist eine Besinnung auf diese Grundsätze nicht nur ein angenehmer Zeitvertreib – sondern wesentlich, um gesund und heiter zu bleiben.

Probieren Sie es aus! Singen Sie – und tun Sie sich und anderen etwas Gutes in vielerlei Hinsicht. Welches Lied oder Musikstück kommt Ihnen als erstes in den Sinn? Schreiben Sie uns.

Eine Zuhörerin drückte es nach dem Konzert unseres Chores übrigens so aus: „Das war ein richtiges Weihnachtsgeschenk für uns.“

Wir wünschen Ihnen frohe, friedliche und erholsame Festtage – voller Sang und Klang!

Kommen Sie gesund ins neue Jahr und …

… schreiben Sie wirkungsvoll!

Herzlichst
Franziska Nauck und Nadja Buoyardane

Granatgrün

Links

* Hier können Sie das Lied mit der Geigenbegleitung hören. Diese Aufnahme ist allerdings von einem anderen Chor.

** Hier lesen Sie nach, warum Singen so eine gute Sache ist.

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