Granatgrün-Podcast – Im Gespräch mit Christa Goede, Tech-Texterin und KI-Realista
In unserem Granatgrün-Podcast habe ich dieses Mal mit Christa Goede gesprochen. Sie ist seit mehr als 20 Jahren Werbetexterin mit Schwerpunkt IT, Tech und erklärungsbedürftige Produkte. Heute nennt sie sich KI-Realista und zeigt, wie man kritisch mit KI arbeitet.
In „Hart aber fair“ (ARD) sprach sie vor einigen Monaten darüber, was sich für sie beruflich als Texterin durch KI verändert hat. Spoiler: fast alles.
Wir sprechen im Podcast darüber, warum die Vorstellung, durch KI würden alle zu Experten und könnten mühelos gute und überzeugende Texte schreiben ein Trugschluss ist.
Christa Goede ist außerdem Initiatorin des Siegels für Menschliche Intelligenz (MI). Seit Januar 2026 wird das Siegel durch den Verein MI-Siegel getragen.
Das MI-Siegel steht für den verantwortungsvollen Umgang mit KI. Es steht dafür, dass jeder Output von einem Menschen geprüft wurde und der Mensch die Verantwortung dafür übernimmt. Auch wir tragen das MI-Siegel für Text und Coaching.
Hör dir das Gespräch auf Spotify an oder schau es als Video auf Youtube.
Falls du lieber liest, haben wir hier das Transkript. Damit der Text leichter lesbar ist, haben wir ihn an einigen Stellen ein wenig geglättet.
Nadja (00:52)
Hallo, herzlich willkommen zu unserem Granatgrün-Podcast. Heute spreche ich mit Christa Goede, Texterin und KI-Realista. Christa, am besten stellst du dich selbst kurz vor.
Christa Goede (01:03)
Hallo Nadja. Ich bin Christa Goede, nenne mich selbst die KI-Realista. Ich bin eigentlich Diplompolitologin und arbeite seit 23 Jahren freiberuflich als Texterin und Konzeptionerin. Und jetzt aktuell lebe ich von KI-Workshops und KI-kritischen
Nadja (01:28)
Wie bist denn du dazu gekommen?
Christa Goede (01:30)
Zum Schreiben? Politikwissenschaftler:innen haben die Taxifahr-Konzession sozusagen gleich mitgebucht, wie alle Geisteswissenschaftler:innen. Ich habe dann angefangen noch zu promovieren nach dem Diplom, irgendwann wollte ich einfach nicht mehr in der Uni sein. Und dann habe ich mal in meinem Freundeskreis und auch bei anderen Leuten, in der Familie und so weiter, herum gefragt: Was kann ich eigentlich? Und dann haben mir ganz viele Leute gesagt: Schreiben.
Ja, und dann war mir klar, Journalismus will ich nicht. Dann werde ich Werbetexterin. Dann hat eine Freundin gesagt, die in einer Werbagentur gearbeitet hat „Wir suchen jemanden für eine Juniortextstelle.“ Dann habe ich da angerufen, habe einen Copytest gemacht und am nächsten Morgen hatte ich einen Arbeitsvertrag. Und dann habe ich die Uni in die Ecke geschmissen und war Werbetexterin.
Nadja (02:25)
Du hast dich ja auf dem Bereich Technik IT beim Texten spezialisiert.Wie kamst du dazu?
Christa Goede (02:33)
Das ist mein eingebauter Nerd-Faktor. Ich interessiere mich für technische Dinge. Ich finde alles superspannend, was mit digitaler Kommunikation zu tun hat oder überhaupt mit digitalen Welten. Ja und dann kam die Christa, die in der Schule kein Mathe, kein Physik, kein Chemie konnte, und hat sich plötzlich auf erklärungsbedürftige Produkte aus dem technischen Bereich spezialisiert.
Bei mir ist es so, wenn mir jemand etwas erklären kann, dann kann ich es auch anderen Leuten erklären. Und meistens ist es ja so, dass Menschen, die sich lange mit einem Thema beschäftigen, das mündlich total gut erklären können, Die können es einfach nur nicht aufschreiben. Und mein Job ist eigentlich, die Übersetzung zu machen zwischen dem, was sie sagen und was dann schlussendlich auf dem Papier steht. So kenne ich mich jetzt aus mit Abwasserreinigung durch Bakterien, Scanner-Systeme für Verbundlarscheiben und lauter solche fiesen Themen. Oder KI-unterstützte Produktionsstraßen und Ressourcenoptimierung.
Nadja (03:32)
Bei KI sind wir bei einem ganz besonderen Thema. Was hat sich bei dir durch KI verändert?
Christa Goede (03:37)
Alles. IT war meine Hauptbranche. Ich habe auch noch für ganz viele andere Sachen gearbeitet, zum Beispiel viele Jahre für die Eventbranche. Die Eventbranche brach aber mit Corona weg, und ja, die Techie-Branche ist dann mit den ersten großen Large-Language-Models weggebrochen. Denn die sind natürlich genauso techiebegeistert wie ich und haben auch damit experimentiert.
Das ging so weit, dass mir eine Kundin zu mir sagte, als ich dann mal angerufen habe „Hey, wir haben so viele Jahre zusammengearbeitet, warum kommt bei euch nichts mehr?“ „Ja, wir haben mit deinen tollen Texten in der Markenstimme eine KI angelernt und das macht die jetzt. Du, wir brauchen dich nicht mehr.“
Nadja (04:22)
Aber du bist ja aktiv geworden. Du hast ja das MI-Siegel ins Leben gerufen.
Christa Goede (04:26)
Ja, also zum einen habe ich mich selbst super intensiv mit KI auseinandergesetzt, schon ab November 2022. Damals habe ich noch mit sehr vielen Lachen Tools getestet. Das Lachen ist mir aber irgendwann im Hals stecken geblieben, als ich gemerkt habe: Je besser ich prompten kann und je besser diese Modelle werden, umso besser sind auch die Ergebnisse.
Dann habe ich schon ganz lange auf einem Siegel herumgedacht, mit dem wir Qualität zeigen können. Das ging über „Made by humans“ und „Written by humans“ Schlussendlich kam dann das Siegel für „Menschliche Intelligenz“ raus. Weil einen Ausschluss von KI können wir überhaupt nicht mehr garantieren. In dem Moment, wo wir digitale Tools nutzen ist das überall fest verdrahtet. Mittlerweile auch auf unseren Smartphones sind kleine KI Lösungen embedded.
Also deswegen haben wir uns auf die Qualität spezialisiert. Das MI-Siegel zeigt, dass die Menschen, die es tragen, verantwortlich für den Output aus der KI sind oder der Output „handgeklöppelt“ ist. Dass sie uns ein Qualitätsversprechen abgeben.
Hinter dem MI-Siegel hängt ja ein Kodex. Es gibt mittlerweile 12 oder 13 branchespezifische Codecs. Und damit verpflichten wir uns, ganz egal, ob wir KI nutzen oder nicht, die hohe Qualität unseres Outputs zu garantieren. Und das ist das, worauf es ankommt in diesen Zeiten.
Weil das Internet läuft über mit KI-generierten Texten, die auch schlecht gepromptet sind, sodass sie auf den ersten Blick als KI-Text erkennbar sind. Also aktuell ist es so, dass Large-Language-Models rhetorische Sprachfiguren wie Antithesen oder eine dreifache Aufzählung – die wirklich einzeln gesehen super sind – wie mit einem Feuerwehrschlauch in jeden kleinsten Absatz reinpumpen.
Also ich habe mittlerweile eine Antithesenallergie, obwohl ich das ein schönes Stilmittel finde. Aber wenn ich in so einem kurzen Text drei Antithesen lese, dann weiß ich schon, okay.
Das hat ein Large-Language-Model gemacht und dann habe ich noch wenig Lust, das zu lesen. Es spricht ja nichts dagegen, sich von KI unterstützen zu lassen. Aber erst einmal sollte man dann gescheit prompten können, dass eben solche Sachen gar nicht mehr vorkommen. Und dann finde ich es wenig wertschätzend von meinem Gegenüber, mir so einen reinen KI-Text vor die Füße zu werfen.
Nadja (07:02)
Du hast gesagt, das KI-Siegel gibt es für mehrere Branchen.
Christa Goede (07:07)
Das neueste, das wir dazu bekommen haben, ist Projektmanagement. Auch ein Bereich, dem immer mehr KI-Tools Arbeiten übernehmen sollen. Wo manchmal echte Blackboxes entstehen, wo niemand weiß, was das KI-Tool da eigentlich so genau macht. Mein Problem ist auch, wenn man abgesehen von Large-Language-Models KI-Tools einsetzt, die funktionieren halt nur gut, wenn die Datenbasis sauber ist. Und welches Unternehmen hat eine saubere Datenbasis? Also da fängt es schon an.
Dann haben wir noch auch ein Siegel für Ökotrophologie, also die Ernährungsberatung, weil das ist auch etwas, wo dann viele Leute so prompten bei ChatGBT „Ich möchte abnehmen. Schreib mir bitte einen Ernährungsplan für die nächsten 30 Tage.“
In dem Moment ist einfach das Risiko von Halluzinationen und echten Fehlinformationen ziemlich groß. Es gibt einen ganz finsteren Witz zum Thema Ernährung. Da macht ChatGBT ein Rezept mit einem Knollenblätterpilz. Anschließend steht ChatGBT am Grab von den Personen, die dieses Gericht gegessen hatten und sagt „Du hattest recht, das war keine gute Idee.“
Und es gibt ganz, ganz viele Punkte, bei edenen es echt schieflaufen kann. Also ich habe letztens einen Text gehabt, der übertragen, sagen sollte: „Die Sonne scheint“ und die KI hat draus gemacht, „Die Sonne scheint nicht.“ Und ich hätte das NICHT fast überlesen.
Christa Goede:
Du musst auf zwei Ebenen prüfen. Zum einen musst du natürlich den Inhalt überprüfen. Ist das, was die KI da verzapft hat, wirklich richtig? In allen Punkten. Der zweite Punkt, den du prüfen musst, das ist der, ist der Text sinnvoll? Gibt’s da einen roten Faden? Gibt’s da kleine, weiß nicht, Storytelling-Elemente zum Beispiel? Gibt es Formulierungen, die sich doppeln und dreifachen oder die allzu beliebten Dreifachaufzählung und die 500.000 Antithese. Also hier genau hinzugucken. Das erfordert jede Menge Know-how.
Das sind wir, die wir seit Jahrzehnten diesen Beruf machen. Wir können sehr schnell beurteilen, ob ein Text ein guter Text ist, ob der trägt und ob der sein Ziel erreicht oder ob das Mist ist, wo wir nacharbeiten müssen.
Und ich komme jetzt mit meinen speziell angelernten Projekten oder GBTs oder so komme ich auf 80 bis 85 Prozent brauchbaren Text. Aber der Rest ist immer noch Handwerk. Und zwar ein Handwerk, was man eben nicht in einem zwei-Stunden-Kurs „So werde ich Werbetexter oder Werbetexterin“ lernt. Das funktioniert nicht.
Nadja (09:49)
Das heißt für die Unternehmen, die müssen gezielt weiter die Mitarbeitenden schulen und nicht nur in einem 2-Stunden-Workshop „Hier so promptest du und da hast du noch zwei Stilregeln, auf die du achten musst“, sondern dass es tatsächlich eine fundierte Weiterbildung geben muss.
Christa Goede (10:08)
Ja, unbedingt. Plus Erfahrung. Also selbst wenn jemand so eine Weiterbildung gemacht hat, du kennst es ja von dir selbst. Es gibt für den Beruf Texter, Texterin und Texte ja kein standardisiertes Lernverfahren. Das hat ganz viel mit Autodidaktik zu tun. Das hat ganz viel mit Gefühl und Erfahrung zu tun. Und klar, man kann die Grundlagen eines Handwerks ansehen. Sollte man auch unbedingt, wenn man mit KI arbeitet. Aber dann gehört auch immer noch ganz viel Erfahrung dazu.
Nadja (10:47)
Und was machst du speziell in deinen Seminaren?
Christa Goede (10:51)
Ich zeige den Leuten, wo die Probleme in der Zusammenarbeit mit KI liegen. Ich zeige ihnen aber auch, wo es sinnvoll ist, KI-Tools einzusetzen. Also du kennst es selbst, ein LinkedIn-Posting mit KI zu schreiben, das dauert bei uns länger, als wenn wir ihn direkt selbst schreiben.
Bei größeren, längeren Texten kann es sich das aber durchaus lohnen. Bis hin, wenn zum Beispiel eine ganze Website überarbeitet wird oder was auch immer gemacht wird, größere Textmengen, dann könnte es sogar sinnvoll sein, ein Projekt anzulernen oder ein Custom-GBT.
Ich bin spezialisiert auf Text und Konzepterstellung und Ideenfindung via KI. Und eben das Ganze aus dem kritischen Gesichtspunkt. Bei mir geht es auch immer Energieverbrauch, Wasserverbrauch. Es geht um Big Tech, es geht um Macht. Damit auch einfach klar ist, was für Tools wir da benutzen.
Wie leicht wir anfällig werden könnten für Manipulationen, populistische Entscheidungen, für Bias. Ganz krasses Thema.
Also eins meiner Lieblingsbeispiele ist immer „Sag mal, KI, zeig mir ein normales Frühstück.“ Dann guckt die, aus welchem Raum auf der Welt kommst du, und wir kriegen dann zu sehen ein Toast,
((beginnt zu singen)) „Noch ein Toast, noch ein Ei, noch ein Kaffee, noch ein Brei.“ Du kennst das Lied. „Etwas Marmelade, etwas Konfitüre.“ Genau das kriegen wir dann zu sehen. Dass es aber Regionen auf der Welt gibt, in denen eine Suppe ein normales Frühstück ist, das fällt da hinten runter. Ja, das heißt, unsere Pflicht ist auch, Bias zu kontrollieren. Wo sind die Schubladen?
Zu diesem Punkt kann man übrigens KI auch ganz hervorragend benutzen, wenn man selbst etwas geschrieben hat. Einfach sagen „Zeig mir mal, wo in meinem Text verstecken sich eigentlich Bias oder Vorurteile oder wen sehe ich nicht mit diesem Text.“ Das ist meine Lieblingssache, die ich mit Large Language Models mache. Nicht Texten, sondern mir Feedback einholen zu bestimmten Themen.
Nadja (12:54)
Das ist auch, was wir sagen. Also wir geben den Teilnehmenden unserer Weiterbildung die Handwerkszeuge an die Hand, um selbst zu erkennen: Was ist denn ein guter Text. Das musst du ja erstmal wissen, um zu beurteilen, ob dein KI-Text gut ist. Und wir sagen auch, besser sich keinen Textentwurf von der KI schreiben zu lassen, den man selber nicht durchdacht hat.
Das ist ja das große Problem. Schreiben ist ja eigentlich ein Denkmittel. Erst beim Schreiben merkst du, wie alles zusammengehört und was du wirklich sagen willst und wie präzise und scharf du es noch stellen kannst, damit es passt. Das macht die KI ja nicht.
Deswegen sagen wir immer nutze die KI eher Sparrings-Partner, als Ideengeber oder einfach um die eigenen Ideen zu testen und dann zu gucken „So, da mache ich jetzt einen Text raus und den kann ich mir nun wiederum von der KI analysieren lassen“ Um eben meine blinden Flecken zu entdecken. Oder eben auch zu überarbeiten. Wobei fürs Überarbeiten da gibt es noch mal spezielle Tools, ich sage jetzt mal einen Namen, das Wortligatool, wo auch hinten wirklich Sachen aus der Verständlichkeitsforschung einprogrammiert wurde, wie es in der normalen KI jetzt erstmal nicht ist.
KI wunderbar. Wir haben nichts dagegen, dass man damit arbeitet. Man muss wissen, wie man es einsetzt, man muss wissen, wie man es prüft und dann kann man richtig gute Ergebnisse kriegen.
Christa Goede (14:29)
Ja, also Prompterei ist auch etwas, was man lange lernen muss, weil die Mensch-Maschinen-Kommunikation funktioniert komplett anders als das, was wir von der Mensch-zu-Mensch-Kommunikation gewöhnt sind. Also zum Beispiel das Thema Erfahrungswissen. Ganz heftig.
Und bei mir ist es so, wenn ich Probleme habe mit einem bestimmten Thema, zu dem ich gepromptet habe, ist es fast immer so, dass ich beim näheren Nachdenken bemerke, dass ich Erfahrungswissen nicht mitgegeben habe. Also etwas, was ich in der Mensch-zu-Mensch-Kommunikation einfach als Grundvoraussetzung nehme; zieh dir etwas an, wenn du aus der Haustür rausgehst. Das muss man einer KI erklären.
Ja, und das ist eine komplett andere Art und Weise zu denken. Informationen, Kontext ist super wichtig. Welcher ist es?
Also im Grunde genommen ist der Arbeitsprozess genau gleich zu dem, was wir vorher gemacht haben. Also Briefing, Konzeption, Text schreiben bzw. schreiben lassen, überarbeiten, Freigabe und Evaluierung. Also die Arbeitsschritte sind genau gleich.
Ja, und das ist halt aber so blöde, dass eben diese Tools verkauft werden als könne jeder und jede jetzt plötzlich Copywriting machen. Das ist Quatsch. Also selbst, wenn du ein spezielles Copywriting Tool hast, bist du trotzdem niemand, der 20 oder 30 Jahre Copywriting Erfahrung hat. Das kann das Ding einfach nicht abbilden.
Manche Sachen sind ganz klar auch geschmacklerisch. Aber trotz alledem gibt es Regeln im Sprachgebrauch, für die wir ein feines Gespür haben. Weil wir schon so viele Texte gelesen, geschrieben, verändert haben, dass wir einfach genau wissen, wo der Text hinlaufen soll, damit er sein Ziel erreicht. Und nicht einfach nur Text produzieren, das Text produzieren zu wollen. Das machen ja ganz viele mittlerweile.
Nadja (16:36)
Da reagiere ich inzwischen auch ganz allergisch auf diese Texte, die in Schleifen um den heißen Brei herumschreiben. Bei denen du wirklich immer denkst, jetzt kommt gleich der Kern und nein, dann wird nochmal eine Schleife gedreht. Da merke ich wirklich, dass das inzwischen für mich ist, als würde man mit Fingernägeln über eine Tafel gehen.
Die Tage bin ich auf LinkedIn auf eine Studie gestoßen. Ich kann jetzt dir leider nicht mehr genau sagen, wer die gemacht hat. Aber da kam raus, wenn du Leute mit KI arbeiten lässt, das macht die Experten auf einem Gebiet besser. Das macht die Leute, die ein bisschen was von dem Thema verstehen, auch etwas besser, aber noch nicht topmäßig wie die Experten und Leute, die gar keine Ahnung haben von dem Gebiet, die werden auch mit KI nicht besser, weil sie eben nicht wissen, worauf sie dann den KI-Text prüfen müssen.
Christa Goede (17:34)
Ja. Also ich mache ja meine Steuererklärungen nicht mit KI ich lasse mir auch keine Klageschrift formulieren mit KI, weil ich kann nicht beurteilen, was da hinten mehr rauskommt.
Aber das ist die Verkaufsstrategie dieser Tools. Be a copywriter, be Bach, be Van Gogh. Du kannst sein, was du willst.
Und das Interessante ist, die Leute sagen dann auch, die haben dann irgendwas gemacht. Ist ganz egal, ob es ein Bild ist oder Musik oder ein Text. Und dann fragst du, wer hat das gemacht? Und dann sagen die: „Ich.“ Weil sie gepromptet haben.
Dabei haben sie da gar nicht gemacht. Gemacht haben das Millionen und Milliarden von Menschen, die ihre Inhalte kostenfrei im Internet publiziert haben oder vielleicht auch in ein Buch gegossen haben, die dann alle gescrollt wurden und als Datenbasis für diese Tools dienen, ohne Entschädigung.
Also du und ich, wir haben kein Cent dafür gesehen, dass an unseren Texten Large-Language-Models trainiert wurde.
Nadja (18:35)
Wunderbar. Herzlichen Dank, Christa. Hat viel Spaß gemacht und ja, ich hoffe, wir hören uns bald wieder.
Du willst mehr von uns hören? Dann haben wir noch eine Podcast-Folge mit Kira Groß-Bölting von G DATA Adan: Schreiben in der IT-Security.
Du möchtest generell mehr von uns hören und lesen? Dann servieren wir dir gerne einmal die Woche unseren kostenlosen Newsletter direkt in dein Postfach – melde dich einfach an.
Ihre Daten behandeln wir streng vertraulich gemäß unserer Datenschutzerklärung.